Jugendhaus Altes Kloster Marienberg e.V. Gemeinsam finden wir einen Weg!
Jugendhaus Altes Kloster Marienberg e.V. Gemeinsam finden wir einen Weg!

Konzept der Einrichtung


1. Die Institution


Das Jugendhaus Altes Kloster Marienberg ist eine Einrichtung der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe. Das Angebot umfasst:

 

  • 8 Plätze für männliche Jugendliche/junge Volljährige in einer Intensivgruppe, Betreuungsintensität 1:1,34
  • 2 Plätze der Eingliederungshilfe im Rahmen der Jugendhilfe          nach § 35a SGB VIII mit Intensiv-Betreuung in Appartements,     1:1,67
  • 3 Plätze Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen (SBW)
  • Ambulant betreutes Wohnen als Eingliederungshilfe n. SGB XII


Träger ist der Verein Jugendhaus Altes Kloster Marienberg e.V. mit Sitz in Übach-Palenberg. Die Führung und die Verwaltung des Vereins werden vom Jugendhaus in Zusammenarbeit mit dem Vorstand wahrgenommen.


2. Die Zielgruppe, Aufnahmevoraussetzungen


Das Jugendhaus Altes Kloster betreut und nimmt Jugendliche/junge Volljährige auf, die auf Grund von Erziehungshilfen nach dem SGB VIII (Kinder- u. Jugendhilfe-gesetz) insbes. gem. §§ 34, 35, 35a, 41 durch die Jugendämter vermittelt werden.
Unsere Zielgruppe für den stationären Bereich sind männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren.


Voraussetzungen sind:

  • ein Informationsgespräch, in dem der junge Mensch die Einrichtung und das Konzept kennen lernen kann und die Mitarbeiter des Jugendhauses die Möglichkeit einer Einschätzung erhalten, ob dieser in die Hausgemeinschaft integrierbar ist
  • ein Bericht über die bisherige Entwicklung des jungen Menschen
  • eine Kostenzusage der verantwortlichen Behörde.

Nicht aufgenommen werden können :

  • psychisch Kranke
  • Drogenabhängige
  • schwer geistig und/oder körperbehinderte Jugendliche, die einer speziellen Förderung oder Behandlung bedürfen
  • Jugendliche/junge Volljährige, die von der angebotenen Hilfe nicht erreichbar oder aus unserer Sicht in bestehende Betreuungsformen nicht integrierbar sind.


3. Pädagogische Zielvorstellungen


Während der Betreuung im Jugendhaus versuchen wir, den Jugendlichen zur Verantwortung und Selbständigkeit hinzuführen durch Ressourcen-orientierte Förderung, Unterstützung im beruflichen/schulischen und hauswirtschaftlichen Bereich und, soweit möglich, durch das Aufarbeiten von vorhandenen Defiziten im persönlichen Bereich.
Alle Hilfen orientieren sich am individuellen Bedarf des jungen Menschen.


Einzelne Ziele:

  • Integration in die Hausgemeinschaft und das Erlernen sozialer Regeln und Rollen (Rücksicht, Toleranz, Konfliktfähigkeit, Hygiene, Ordnung, Kritikfähigkeit)
  • Hilfe zur Fähigkeit des Ausdrucks und der Bewältigung von Problemen
  • Erziehung und Hinführung zur Selbständigkeit in den verschiedenen Lebensbereichen (Kochen, Waschen, Nähen, Einkaufen, Finanzen, Freizeit, Umgang mit Ämtern und Behörden)
  • Abschluss einer Schulausbildung und Hilfe zur Berufswahl, Stellensuche und Bewerbung,
  • Integration in die Arbeitswelt, Begleitung und Unterstützung während der Berufsausbildung
  • ggfs. unter Anleitung/Betreuung weitere Verselbständigung im Selbstversorger-Appartement innerhalb oder einer Wohnung außerhalb des Hauses (Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen/ SBW)
  • Förderung der Kontaktfähigkeit
  • Einleben in nachbarschaftliche Beziehungen und Einübung der damit verbundenen Pflichten
  • sinnvoller Umgang mit der Freizeit
  • Motivierung jugendlicher Arbeitsloser und Gewöhnung an Arbeit bzw. Hilfe zur Bewältigung der Arbeitslosigkeit

Unsere Erziehung/Betreuung und unsere Ziele sind an den Grundsätzen christlicher Weltanschauung ausgerichtet.


4. Strukturelle Situation


Das Jugendhaus befindet sich, wie der Name schon sagt, im ehemaligen Klostergebäude der Oblaten des Hl. Franz von Sales. Durch die günstige Lage des Hauses innerhalb des Ortes, besteht wegen der guten nachbarschaftlichen Beziehungen ein hervorragendes Integrationsangebot. Durch die zum Teil enge räumliche Nachbarschaft und dem damit verbundenen Konfliktfeld werden Isolation und unrealistische Verhaltensweisen im Hinblick auf ein späteres Leben in einer eigenen Wohnung verhindert.


Das Raumangebot für die Gruppe:

  • 8 Einzelzimmer
  • Wohnzimmer
  • 2 Selbstversorger-Appartements
  • Eß- und Aufenthaltsraum
  • Küche
  • Innenhof mit Tischtennisplatte, Boxsack und Sitzgelegenheit
  • Besprechungs- u. Besuchsraum
  • Toiletten und Duschen
  • 2 Werk- und Hobbyräume
  • Büro
  • Bereitschaftszimmer

Für die Betreuung von Menschen mit Behinderungen stehen 2 separate Appartements mit eigener Nasszelle sowie Küche und Waschtrockner zur Verfügung.


Hinter dem Haus befindet sich ein Grundstück von etwa 25 a, bestehend aus einer Wiese mit Obstbäumen sowie Zier- und Nutzgarten.

5. Pädagogisches Personal


Für die Arbeit innerhalb und außerhalb der Einrichtung stehen drei SozialarbeiterInnen/Sozial-pädagogInnen und vier ErzieherInnen mit unterschiedlichsten Zusatzausbildungen (Erlebnis-, Trauma-, Sexualpädagogik, CoolDown-Trainer, Gewaltprävention usw.) zur Verfügung.
Weiterhin kann eine Stelle für ErzieherInnen im Anerkennungsjahr besetzt werden.
Darüber hinaus bieten wir Praktikanten oder Helferinnen und Helfern im Freiwilligen Sozialen Jahr nach ihren Fähigkeiten und Interessen ein Betätigungs- und Lernfeld.


6. Pädagogisches Angebot


Mit den Jugendlichen wird in Form Sozialer Einzelhilfe und Sozialer Gruppenarbeit gearbeitet.
Hauptansatzpunkt ist für uns der Einzelne, der individuell unter Berücksichtigung seiner Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen gefördert werden soll.
Das soziale Umfeld und die Zusammenhänge der Institution sind für jeden überschaubar und erfahrbar. Eine Identifikation der Jugendlichen mit der Einrichtung ist so leichter möglich. Ebenfalls entspricht der Rahmen der Beziehungen auf Grund der Größe des Hauses eher der späteren Lebenssituation außerhalb der Einrichtung.
Eltern, Verwandte oder sonstige Bezugspersonen werden, soweit dies möglich ist, in die Arbeit mit einbezogen.
Durch diese Zusammenarbeit wird die bestehende Verantwortung der Sorgeberechtigten aufrechterhalten und gemeinsam Erziehungsziele aufgestellt und mitgetragen.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Hilfestellung während der Schul- und Ausbildungszeit. Deshalb legen wir besonderen Wert auf gute und ständige Kontakte zu den Lehrern, Berufsschullehrern und Ausbildern. Hierdurch wird eine individuelle Aufgaben- und Nachhilfe möglich.
Durch gute Beziehungen zu Handwerks- und Industriebetrieben und durch Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und anderen Institutionen gelingt es weitgehend, meist schon nach kurzer Zeit, die Jugendlichen in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln.
Bei bestehenden Lehr-, Anlern-, oder Beschäftigungsverhältnissen wird mit Betrieben und Ausbildern eng zusammengearbeitet und bestehende Probleme angesprochen und aufgearbeitet.
Bei arbeitslosen Jugendlichen wird einer Arbeitsentwöhnung durch sinnvolle Beschäftigung in Haus und Garten entgegengewirkt.
Die Gruppe ist ein Trainingsfeld, um Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein zu erlernen und einzuüben. Die Mitgestaltung des Gruppenlebens in gemeinsamen Gesprächen, Entscheidungsprozessen und Aktivitäten soll die Mitverantwortung und das Erkennen von Grenzen der eigenen Person ermöglichen.
Die eigenständige Entwicklung der Persönlichkeit fördern wir mit der Schaffung eines notwendigen Freiraumes, Verstärkung positiver Verhaltensweisen, Vermittlung von Kontakten nach außen, Gestaltungshilfen für die Freizeit durch Selbstgestaltung der Schlaf- und Aufenthaltsräume und nicht zuletzt durch Aufzeigen von Grenzen.
Wesentliches Merkmal unserer Arbeit ist die gezielte praktische Anleitung in handwerklichen, hauswirtschaftlichen und gestalterischen Tätigkeiten.

Kleinere Renovierungen und Reparaturen werden, soweit möglich, gemeinsam von Mitarbeitern und Bewohnern durchgeführt.

Maschinen und Werkzeuge, z.B. zur Holzbearbeitung, Schweißausrüstung, Räumlichkeiten und Werkzeuge zur Reparatur von Fahrrädern, Mofas und Mopeds, Tonbrennofen, Fotoausrüstung stehen zur Verfügung und werden zur Förderung von Begabungen und Neigungen, besonders aber zur Vermittlung von Erfolgserlebnissen eingesetzt.
Im angrenzenden ehemaligen Pfarrsaal besteht die Möglichkeit, mit Gitarren, Schlagzeug, Heimorgel, Rhytmusinstrumenten usw. Musik zu machen. Für interessierte Bewohner kann bei entsprechender Fähigkeit und Bereitschaft regelmäßig geprobt werden.
Ebenfalls kann im Hobbyraum mit geeigneten Trainingsgeräten Hantel- und Krafttraining (zur Steigerung des Selbstwertgefühls, des psychischen und physischen Wohlbefindens und Verminderung von Depressionsgefühlen) gemacht werden.
In sportlichen und erlebnispädagogischen Aktivitäten sehen wir ein weiteres wichtiges und notwendiges Mittel, Selbstbewusstsein, Erfolge, Ausdauer und Disziplin zu erreichen und fördern dies entsprechend.
In den Osterferien findet dazu unter diesen Aspekten ein 1-wöchige Erlebnistour in die Alpen unter winterlichen Bedingungen mit Ski- und Snowboard fahren, Fernwanderungen oder MTB-Radtouren statt.
Während der Sommerferien wird eine 3-wöchige Gruppenmaßnahme mit unterschiedlichsten Angeboten aus dem Sport- und Freizeitbereich durchgeführt.

Darüber hinaus nehmen wir regelmäßig an unterschiedlichen sportlichen und erlebnispädagogischen Wettbewerben verschiedener Jugendhilfe-Einrichtungen.


7. Möglichkeiten und Angebote außerhalb des Hauses


In Übach-Palenberg bzw. in der näheren Umgebung sind alle Schulformen (Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- u. Förderschule, Gymnasium, VHS, Berufs- und Berufsfachschule) vorhanden und liegen in erreichbarer Nähe. Bus- und Bahnverbindungen sind günstig.
Im beruflichen Bereich sind kleinere Handwerksbetriebe, Industrie- und Lehrbetriebe mittlerer Größe vorhanden. Betriebe, Geschäfte und Schulen in Aachen sind ebenfalls gut zu erreichen (20 Min. Bahnfahrt).
Zur Gestaltung der Freizeit bieten sich die verschiedensten Vereine für Spiel und Sport an, Schwimmbäder und Jugendtreffs sind vorhanden.


8. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen


Sollte eine weitere zusätzliche Hilfestellung im ambulanten psychologischen oder therapeutischen Bereich notwendig sein, ist dies, sogar meist kurzfristig, möglich. Es bestehen Kontakte zu Beratungsstellen, Psychotherapeuten und sonstigen Fachärzten.

9. Betreuungsformen

 

  • Jugendgruppe, 8 Plätze ein integratives und intensives Angebot(1:1,34) für männliche Jugendliche /junge Erwachsene.
  • Selbstversorger-Appartements im Haus als Training für die Selbständigkeit
  • Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen, 3 Plätze
  • Flexible Betreuung
  • stationäre Betreuung 2 Plätze (1:1,67) für Menschen mit Behinderungen n. § 35a SGB VIII in Appartements
  • Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen

Neben der Jugendgruppe als Hauptbetreuungsform besteht, wie schon erwähnt, die Möglichkeit, im Rahmen des SBW (Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen) Jugendliche und junge Volljährige außerhalb der Gruppe zu betreuen.
Dieses Angebot ist ein weiterer Schritt zur Verselbständigung während und/oder nach einer Jugendhilfemaßnahme. Er wird bei entsprechender Eignung des Klienten durchgeführt.
Die Ausstattung der Wohnung mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen geschieht nach Abstimmung mit dem Jugendlichen/ jungen Volljährigen.
Bei der Einrichtung der Wohnung sind wir, soweit möglich, mit gespendetem Hausrat behilflich.
Da der Schritt in die eigene Wohnung außerhalb des Hauses häufig eine Überforderung für den jungen Menschen darstellt, haben wir innerhalb des Hauses 2 Selbstversorger-Appartements eingerichtet.
Durch ein eigenverantwortliches und individuelles Erproben der Selbständigkeit unter Beibehaltung der Bezugspersonen und des Wohnumfeldes kann der Prozess angemessen gesteuert und eine Überforderung mit dem Risiko des Scheiterns vermieden werden.
Auch kann schon das selbständige Wohnen zu einem Zeitpunkt eingeübt werden, an dem dies wegen erforderlicher Betreuung (ggfs. mit Bereitschaft) außerhalb der Einrichtung noch nicht möglich wäre.
Die Trainingsphase kann den Erfordernissen angepasst und der Entwicklungsstand dem jungen Menschen erfahrbar gemacht werden.
Bei entsprechender Notwendigkeit können wir die individuelle Betreuung z.B. in einer Wohnung des Jugendlichen/jungen Volljährigen anbieten.
Maßgebend für Art, Inhalt und Umfang der Hilfe ist der tatsächliche Betreuungsbedarf, der in Hilfeplangesprächen festgelegt und nach Fachleistungsstunden abgerechnet wird.
Außer den Vergütungssätzen für Fachleistungsstunden fallen Sachkosten z.B. für Unterkunft, Verpflegung, Taschen- u. Kleidergeld an.

 

 

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